Geschichten von Betroffene
Geschichte von Wiesengruen_8
Heute ist mein Geburtstag und noch immer kann ich ihn nicht feiern. Es ist sehr schwer damit umzugehen, ein zuviel, ein zu lange und ein zu laut.
Ich habe so viel Leid in meiner Herkunftsfamilie ertragen müssen. Vom Vater s**e** mis**ra***t, körperliche G**a*t erfahren und gedemütigt. Von der Mutter nicht gesehen und nicht gehört. Von den Brüdern,( zwei und vier Jahre älter) gehänselt. Meine ein Jahr jüngere Schwester war sehr krank und oft im Krankenhaus. Schon immer war die Angst, die mir niemand nehmen konnte.
Mein Leben war an einen Punkt, den ich nicht mehr tragen konnte und mit acht Jahren lief ich vor einen LKW, zum Glück nur blaue Flecke und nicht mal das wurde registriert.
Armut, Alkohol,Verwahrlosung und manchmal kein Essen. Obst und Gemüse gab es nicht. Wir lebten außerhalb einer Stadt, wir mussten 7 km bei jeden Wetter laufen, da nur der Schulbus fuhr. In dieser kleinen Ortschaft waren wir nicht gern gesehen. Mit zehn Jahre endlich die Erlösung, durch erneuter sichtbarer G**a*t meines Vaters. Meine Rettung, wieder eine Unterbringung im Heim. Meine Mutter brach den Kontakt ab und sie gründete eine neue Familie. Ich war nur 4 Jahr in meiner Ursprungsfamilie von sechs bis zehn Jahre und es war die Hölle. Das sind meine bewussten Erinnerungen, die andere sind nur als Splitter spürbar, die ich nicht immer einordnen kann. Davor von eins bis sechs Jahre war ich in Wochenheime (DDR Zeit)und nur am Wochenende Zuhause. Erinnerungen von dieser Zeit sind kaum vorhanden, ich weiß nicht mal wie meine Einschulung war. Vereinzelt kann ich mich an die ersten vier Schuljahre erinnern. Vieles ist mir nur durch schriftliche Berichte bekannt.
Wenn ich irgendwann mutiger bin, schreibe ich genauer, was ich wirklich noch erlebt habe.
@Wiesengruen_8